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      Geschichte - MuseenFiestas

 

Geschichte

Sie Geschichte der Costa Blanca

 

Schon vor 28 000 Jahren lebten an der fruchtbaren Costa Blanca Menschen. Außer einigen Knochenfunden sind uns aus dieser Zeit aber keine Zeugnisse erhalten.
Künstlerisch interessant wird es an der Levante erst ab 6000 vor Christus. Aus dieser Zeit stammen die ersten Höhlenmalereien.
Hauptsächlich finden wir hier Tier- und Menschendarstellungen, manchmal aber auch kleine Szenen, aus denen man etwas über den Alltag der postpaleolitischen Gesellschaft erfahren kann.
Besonders reizvoll sind die Malereien in der Höhle der Spinne (Cava de la Arana) bei Bicorp, die 1998 zum Weltkulturerbe erklärt wurde.

Ab 3000 vor Christus erreichen mehrere Kolonisationswellen aus dem östlichen Mittelmeerraum die spanische Halbinsel.
Die Iberer bringen das technische Wissen der Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien mit und sind der früheren Jägerkultur in Ackerbau, Hausbau, Töpferkunst und Metallarbeiten deutlich überlegen.
Einen Eindruck von der Kunstfertigkeit iberischen Siedler kann man im Museo Arqueológico Municipal bekommen. Hier befindet sich eine originalgetreue Kopie (das Original steht in Madrid) der "Dama de Elche", einer iberischen Frauenbüste aus dem 3. oder 4. Jahrhundert vor Christus.
Die elegante Skulptur stellt eine Priesterin im kultischen Gewand dar und fasziniert durch ihre kühle Schönheit.

Um 500 vor Christus erobern sich die Kartager spanische Kolonien. An der Costa Blanca gründen sie die Stadt Cartagena. Bald kam es zu Konflikten mit den Römern, die ebenfalls ihren Einflussbereich auf die iberische Halbinsel ausdehnen wollten. Hannibals Elefanten marschierten über die Alpen, in Italien wird er von den Römern vernichtend geschlagen.
Mit dem Ende des 2. punischen Krieges fällt Spanien  201 v. Chr. an die Römer. Es folgt eine lange Zeit des Friedens und der wirtschaftlichen und landwirtschaftlichen Prosperität. Die Römer bringen Olivenbäume mit und beziehen die Hälfte ihres Bedarf an Wein, Öl, Getreide, Silber und Gold aus ihrer spanischen Provinz.
Erstmals entwickelt sich eine städtische Zivilisation, Valentina, das heutige Valencia wird gegründet.

CartagenaWer einen kleinen Eindruck vom Leben der Antike bekommen will, ist in Cartagena richtig. Zehn Tage zelebriert Cartagena im September seine kartagisch-römische Vergangenheit. Söldner, Priesterinnen, Bauern und Patrizier geistern ausgelassen umher, tanzen, singen und feiern mit Festgelagen die Hochzeit von Hanibal Barkas mit der iberischen Prinzessin Himilce. Unhistorisch aber lustig: auch römische Legionäre feiern mit.

 

 

 

 

Erst um 500 nach Christus müssen die Römer Spanien an die Westgoten abtreten. Unter den Westgoten wird Spanien christlich. Nach relativ kurzer Herrschaft kommt es 710 n. Chr. unter den Westgoten zu Thronstreitigkeiten. Eine der Parteien ruft ein nordafrikanisches Volk zur Hilfe: die Mauren. Sie erledigen alle Streitigkeiten prompt, indem sie sich fast ganz Spanien unterwerfen und für beinahe sieben Jahrhunderte dort regieren.. Unter der Maurenherrschaft erlebt Spanien eine kulturelle Blüte. Die Araber fördern Kunst, Dichtung und Musik, sie führen neue landwirtschaftliche Methoden ein. Die Huertas rund um Alicante gehen auf Bewässerungstechniken aus dieser Zeit zurück. Leider ist von der interessanten maurischen Architektur an der Costa Blanca nur wenig erhalten.

 

Dafür lassen die Valencianer diese Episode ihrer Geschichte bei der 'Fiesta de Moros y Cristianos' wiederaufleben. Besonders prächtig ist dieses Fest in Alcoy, wo alljährlich im April schwarzhäutige Gestalten mit Turbanen und blitzende Ritter in Scheingefechten aufeinander losgehen.

Wie bei den Fiestas so auch in der Realität: am Ende siegen die Christen. Eine schillernde Figur der Reconquista, der Rückeroberung Spaniens durch die Christen ist der valencianische Volksheld El Cid. Heute ist nicht klar, ob der heldenhafte Streiter für den Glauben, der 1094 die Stadt Valencia eroberte und sie bis 1099 hielt, in Wahrheit nur ein geldgieriger Haudegen war. Seine Legende jedenfalls lebt an der Levante bis heute fort. 1240 wird Valencia von Jaime I. von Aragon zum christlichen Königreich erhoben, 1492 fällt Granada, die letzte maurische Bastion Spaniens. Mit der Maurenherrschaft endet auch die religiöse Toleranz, Juden und Muslime werden verfolgt, zwangschristianisiert und aus Spanien vertrieben. Die Inquisition herrscht hier grausamer als in allen anderen Ländern Europas. Charakteristisch für die spanische Inquisition waren die Autodafés. Sie endeten meist mit dem Tod durch Verbrennen auf öffentlichem Markt. Das erste Autodafé soll 1481 in Sevilla, das letzte 1815 in Mexiko stattgefunden haben. Die Inquisition ist eine hartnäckige Institution: 1808 durchsuchten die Soldaten Napoleons ein Dominikanerkloster bei Madrid, finden dort Folterwerkzeuge und Gefangene. Erst unter Napoleon verliert die spanische Inquisition ihre Macht.

Ebenfalls 1492 entdeckt Christopher Kolumbus Amerika und erschließt damit völlig neue Möglichkeiten des Seehandels. Mit der Reconquista bricht eine neue ökonomische Blütezeit an. Der Seehandel floriert. Früchte aus der Neuen Welt, allen voran der Kakao erobern von Spanien aus Europa. Wie einträglich das Geschäft mit Stoffen und Gewürzen aus Übersee war, ist noch heute in der Lonja de Seda, der Seidenbörse zu beobachten.

 

Hier wurde einst die in ganz Europa berühmte Valencianer Seide gehandelt. Der prächtige spätgotische Bau zeugt mit seinen verschwenderischen Portalen und Fensterornamenten, bizarren Wasserspeiern und spiralartig gewundenen Säulen vom einstigen Glanz der Seidenstadt Valencia. Auch heute noch ist sie ein Handelszentrum

 

Unter Phillip II. wird Spanien zur Großmacht. Im 17: Jahrhundert bricht ein goldenes Zeitalter für die Künste an. Cervantes schreibt seinen Don Quichotte, Maler wie El Greco und Velasquez schaffen bedeutende Werke. Das 19. Jahrhundert bringt Spanien schwere Krisen. 1808 fällt Napoleon gewaltsam in Spanien ein und ernennt seinen eigenen Bruder Joseph Bonaparte zum spanischen König. Das Volk wehrt sich in Guerrillakämpfen, auch in Alicante stoßen die französischen Besatzer auf erbitterten Widerstand. Das 19. Jahrhundert endet in Wirren zwischen Anarchisten und Königstreuen, Republikanern und Militärs.

 

 

 

 

Das 20. Jahrhundert steht in Spanien - wie auch in anderen europäischen Ländern - unter dem Zeichen der Diktatur. 1936 gelingt spanischen Militärs um General Francisco Franco ein Staatsstreich. Es folgt der auf beiden Seiten erbarmungslos geführte Spanische Bürgerkrieg zwischen republiktreuen Linken und aufständischen Rechten. Die Costa Blanca bleibt in diesen Konflikten bis zum Ende republiktreu. Valenica ergibt sich erst 1939 als letzte spanische Stadt den siegreichen Anhängern Francos. Abgesehen vom Ostblock bleibt Francos Spanien politisch isoliert. Erst nach seinem Tode 1975 werden demokratische Strukturen wieder hergestellt, der Bourbone Juan Carlos wird König, der Sozialist Felipe Gonzalez gewinnt die ersten Wahlen. Architektonisch hat das Spanien im 20. Jahrhunderts eine interessante Variante des Jugendstil, den Modernismo hervorgebracht. Ein besonders schönes Modernismo-Exemplar befindet sich in Valencia. Die Markthallen des Mercado Central bieten dem Betrachter nicht nur Köstlichkeiten aller Herren Länder, sondern auch anmutig geschwungene Jugendstilarchitektur.